HomeOffice hautnah: Was Corona, Kekse und der nächste Tour-de-France-Sieger gemeinsam haben

Der Alltag kehrt langsam aber sicher zurück, auch wenn damit noch einige Einschränkungen verbunden sind. Corona hat das Leben in Privat- und Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Auch die R.iT-ler befinden sich mehr oder minder im Zwangs-Home-Office. In diesem Blogbeitrag kommen unser Auszubildender Lucas und unsere Marketing-Mitarbeiterin Hannah zu Wort, wie sie das Home-Office wahrnehmen und welche Vor- und Nachteile das Arbeiten im eigenen Heim hat, mit dem Kühlschrank in immer erreichbarer Nähe und einer ungeahnten Karriere als Profi-Radfahrer.

 

Hannah sagt dazu:

„… und wieder ist eine Woche in dieser höchst kuriosen Zeit vorbei. Ich befinde mich in der neunten Woche im Homeoffice und wenn das hier jemand liest, so möge er oder sie mir bitte neue Kekse zukommen lassen, denn meine sind (schon wieder!) leer.

Neben einem erhöhten Keks- und Süßigkeitenkonsum bemerke ich vor allem noch eines: Die Trennung zwischen Arbeit und Feierabend verläuft fließender als zuvor. Die räumliche Trennung hat dahingehend also eindeutige Vorteile! Natürlich klappe ich den Laptop irgendwann zu und beende den Arbeitstag. Im Kopf bin ich aber immer noch „bei der Arbeit“ und kann mich trotz Couch (& Keksen) nur schwer davon lösen. Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben kann im Home-Office also mitunter schwierig werden. Nichtsdestotrotz würde ich der Arbeit von Zuhause nicht nur schlechte Eigenschaften zuschreiben. Beispielsweise fällt für mich der morgendliche Kampf im Verkehr weg – das ist sehr positiv! Außerdem fällt es mir im Home-Office leichter, lange konzentriert zu arbeiten. In meiner Wohnung kenne ich die Geräusche, die Umgebung. Was sich ebenfalls definitiv nachhaltig verändert hat, ist die zwischenmenschliche Kommunikation. Durch die digitale Präsenz erscheint es, als sei man immer verfügbar. Wichtig ist daher die gegenseitige Rücksichtnahme und auch die Möglichkeit, Termine wie auch konzentrierte Arbeitsphasen vorab einzuplanen. 

In Summe also folgendes: Corona bedeutet(e) Veränderung. Es werden viel mehr digitale Angebote genutzt, Infrastrukturen ausgebaut, Ressourcen digitalisiert – es wird Rücksicht genommen. „Arbeit“ wird zu einem hohen Gut, wenn man einmal einen Blick auf diejenigen richtet, die ihre Jobs durch die Pandemie verloren haben. Wenn mich also jemand fragen würde, ob sich die Arbeit während Corona oder auch danach verändert hat, so lautet die Antwort: Ja, definitiv! Das Home-Office hat viele gute Seiten – Flexibilität, Unabhängigkeit, Komfort – und gleichzeitig negative Seiten – Kühlschrank immer in Reichweite, endlose Video-Meetings. Und ohne Frage gibt es, wie immer, auch Ausnahmen, vor allem die Menschen, die unfreundlich im Supermarkt mit ihren Einkaufswagen drängeln und so viel Toilettenpapier im Keller horten, dass noch ihre Urenkel davon leben können. Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Erkenntnis, dass es trotz Corona weitergeht, weil wir alle uns darauf eingelassen haben, freiwillig oder unfreiwillig.


Unterdessen beschreibt Lucas:

„Es wirkt widersprüchlich, seit Beginn der Corona-Krise bin ich viel mehr draußen als zuvor, aber es ist wirklich so. Als ich angefangen habe das Fahrradfahren für mich zu entdecken, kam gerade die Diskussion um Kontaktbeschränkungen und Quarantäne auf. Und so hat sich diese Zeit auch sehr positiv ausgezeichnet.

Ich befinde mich in meinem 2. Ausbildungsjahr zum Fachinformatiker für Systemintegration und als dann die Zwischenprüfung abgesagt wurde, war ich zunächst enttäuscht, da ich mich schon sehr viel darauf vorbereitet habe, aber habe mich natürlich auch gefreut wieder mehr Freizeit zu haben.

Ähnlich war die Veränderung bei dem Arbeiten in der Firma, dort wurden wir in mehrere Gruppen eingeteilt, welche abwechselnd im Mobile Office und im Büro arbeiten. Das hat mehrere Vorteile mit sich gebracht, vor allem fällt der lange Arbeitsweg weg. Somit ist es sehr angenehm, wenn man am Feierabend direkt zuhause ist und sich direkt mit anderen Sachen beschäftigen kann. Auf der anderen Seite werden nun alle Besprechungen über Microsoft-Teams geführt, was anstrengend sein kann, aber in denen man sich dann ab und an auch gemütlich woanders hinsetzen kann. Manchmal ist es eben schwierig, sich nicht wie gewohnt bei der Arbeit zu sehen und auszutauschen. Und manchmal nervt es, wenn der Rechner total langsam ist und selbst die kleinste Email zum Endgegner des Tages wird. Ich habe die Hoffnung, dass Deutschland nun erkennt, wie wichtig schnelles Internet ist und wir auch bei uns „auf dem Land“ Gigabit-Internet bekommen.

Letztlich war es eine Umstellung und dafür muss man einfach offen sein und bleiben, denn auch wenn vermehrt Lockerungen beschlossen werden, so wird das Leben sicherlich nicht einfach so weitergehen. Vielleicht werden einige Sachen bleiben, wie zum Beispiel mehr Home-Office. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde mir trotzdem wünschen, dass das öffentliche Leben irgendwann wieder weitergeht, denn wie lange ich das Fahrradfahren noch durchhalte, kann ich wirklich nicht sagen… :-)“

Beitrag teilen: